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Natrium und Herz-Kreislauf-System: Weniger ist vielleicht mehr

Natrium spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Körper, denn die Natrium-Ionen haben eine regulierende Funktion unseren Wasserhaushalt und unser Herz-Kreislauf-System betreffend. Auch der Zellstoffwechsel (Osmose) würde ohne Natriumchlorid (NaCl) nicht funktionieren, ebenso wenig wie unsere Verdauung (Natrium als Bestandteil der Magensäure), auch beim Säure-Basen-Haushalt mischt Natrium mit – um nur einige Beispiele für die Lebens-Notwendigkeit von Natrium zu nennen. Für unsere Gesundheit ist ein ausgewogener Natrium-Haushalt wichtig – zu viel oder zu wenig davon können uns schwer zu schaffen machen.

Warum kann sowohl eine Über- als auch eine Unterversorgung mit Kochsalz unserem Körper schaden?

Jede/r hat das schon erlebt: Erbricht man oder hat Durchfall, verliert der Körper viel Wasser und somit Mineralien wie Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium und Kalzium. Hält das Problem länger (als zwei Tage) an, fühlt man sich schwach und schwindelig, der Kreislauf spielt verrückt, es kommt zu Muskelkrämpfen. Der Mangel an Mineralien sollte in so einem Fall möglichst schnell (durch die Aufnahme von Elektrolyten) ausgeglichen werden. 
Hat man aber zu viel des Guten (zu viel Natrium) aufgenommen, wird der Überschuss normalerweise über Haut (Schweiß) und Nieren ausgeschieden; kann der Körper das Zuviel (Hypernatriämie) nicht ausgleichen, kann sich übertriebener Salzkonsum negativ auswirken:
  • Bluthochdruck kann begünstigt werden.
  • Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sich erhöhen.
  • Der Körper neigt stärker zu Wassereinlagerungen (Ödemen).
  • Bei ständig erhöhtem Natriumspiegel kommt das knochenstärkende Mineral Kalzium ins Hintertreffen – für die Osteoporose-Vorbeugung ist ein gesundes Kalium-Natrium-Verhältnis wichtig.
  • Die Nierenfunktion kann durch zu viel Salzkonsum in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Man schwitzt häufiger und stärker, weil der Körper so das übrige Natrium loswerden will.
Beim Vorliegen derartiger Symptome kann eine Blutuntersuchung darüber Aufschluss geben, ob der Mineralienhaushalt im Lot ist. Erwachsene kommen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit ca. 1500 mg Natrium täglich aus. Da viele Lebensmittel (Wurst, Käste, Oliven, Reis …) grundsätzlich Natrium enthalten, kann man seinen Bedarf decken, ohne extra welches hinzuzufügen.

Das sprichwörtliche "Salz in der Suppe" – im übertragenen Sinne die Würze und den Spaß am Leben – will hier niemandem genommen werden; doch wir sollten uns alle darauf besinnen, wieder bewusster zu genießen. Es verhält sich ähnlich wie beim Zuckerkonsum, auch hier neigen wir dazu, mit der Zeit immer mehr Zucker zu verwenden. Reduziert man aber ganz bewusst, nimmt man plötzlich den Eigengeschmack der Speisen wieder viel intensiver wahr. Und bei herzhaften Gerichten hat man viele Möglichkeiten, mit Kräutern und Gewürzen abzuschmecken. Die Mode, egal, was man isst, erstmal zum Streuer zu greifen und nachzusalzen, sollte man sich auf jeden Fall abgewöhnen.